Hayes: "Liquidität versiegt – Bitcoin reagiert zurecht"
Laut BitMEX-Gründer Arthur Hayes liegt der jüngste Rückgang von Bitcoin nicht an fundamentaler Schwäche, sondern an einem Rückgang der Verfügbarkeit von US-Dollar-Liquidität. In seinem neuesten Blogbeitrag weist Hayes auf das Austrocknen der Liquidität durch ETF-Arbitrage und den Rückgang der Zuflüsse in sogenannte Digital Asset Treasuries (DAT) als Hauptursache der Korrektur hin. Kurzfristig erwartet er einen Rückgang bis auf 80.000 bis 85.000 US-Dollar, schließt aber einen explosiven Anstieg auf 200.000 bis 250.000 US-Dollar bis Jahresende nicht aus – vorausgesetzt, es fließt wieder frisches Geld in den Markt.
Bitcoin ist erhältlich bei Bitvavo und Bybit, zwei führenden Handelsplattformen.
Kein fundamentales Problem, sondern ein Liquiditätsengpass
Bitcoin sei laut Hayes kein Maßstab für fundamentale Bewertung, sondern ein direkter Spiegel der globalen US-Dollar-Liquidität – und diese sei aktuell stark unter Druck. Seit dem Höchststand im Oktober ist BTC um mehr als 25 % gefallen, obwohl politische Rhetorik aus dem Trump-Lager auf neue geldpolitische Impulse hindeutete. Hayes erklärt, dass die ETF-Zuflüsse – etwa von BlackRock – primär durch Basis-Handelsstrategien motiviert waren, bei denen Long-Positionen im ETF und Short-Positionen in CME-Futures kombiniert wurden – ohne echtes bullishes Vertrauen in Bitcoin. Sobald diese “Basis” verschwindet, ziehen sich diese Fonds genauso schnell wieder zurück.
Auch Digital Asset Treasury-Unternehmen wie MicroStrategy konnten früher günstig Bitcoin erwerben, da ihre Aktien über dem inneren Wert (mNAV) notierten. Diese Prämie ist inzwischen verschwunden, was die Kaufkraft dieser Akteure einschränkt.
“Ohne diese künstlichen Zuflüsse muss Bitcoin nun auf die Realität reagieren: weniger Dollar im Umlauf”, schreibt Hayes in seinem Blog auf Medium. Siehe auch diese Analyse zur jüngsten ETF-Abflusswelle.
Kurzfristiger Rückgang, langfristiges Potenzial
Obwohl Hayes kurzfristig mit weiteren Kursverlusten rechnet, sieht er mittelfristig großes Potenzial. Eine Korrektur an den US-Aktienmärkten um 10 bis 20 %, kombiniert mit einem Anstieg der Zinsen auf etwa 5 %, könnte den politischen Druck auf die Zentralbanken erhöhen, erneut Liquidität ins Finanzsystem zu pumpen. Dieses Szenario betrachtet Hayes als Wendepunkt:
“Sobald die Geldpresse wieder angeworfen wird, kann Bitcoin rasch in Richtung 200.000 bis 250.000 US-Dollar steigen.”
Er erwähnt auch Zcash (ZEC) als bemerkenswerte Ausnahme im aktuellen Marktumfeld. Datenschutz-Coins, so Hayes, werden in einer Welt, in der Privatsphäre durch Big Tech, Regierungen und KI zunehmend bedroht ist, immer relevanter. Die Branche müsse sich laut ihm wieder auf die eigentlichen Werte der Dezentralisierung besinnen.
Abschließend betont Hayes, dass sowohl Trump als auch Xi Jinping grundsätzlich eine bullishe Haltung gegenüber Bitcoin einnehmen: Der eine durch implizite Förderung der Geldschöpfung, der andere durch Schutz der Bitcoin-Vermögenswerte vor US-Beschlagnahmung.
“Wenn beide Weltführer Bitcoin als wertvoll betrachten – warum solltest du dann langfristig nicht ebenfalls bullish sein?”
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