KI-Agenten entdecken Blockchain-Exploits im Wert von 4,6 Millionen US-Dollar
Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant weiter – auch im Bereich der Cyberangriffe. Laut einer neuen Studie von Anthropic sind moderne KI-Modelle inzwischen in der Lage, eigenständig Smart Contracts auf Blockchains zu analysieren und auszunutzen. In einer Reihe von Simulationen gelang es Modellen wie Claude Opus 4.5, Sonnet 4.5 und GPT-5, zusammen virtuelle Mittel im Gegenwert von rund 4,6 Millionen US-Dollar zu erbeuten.
Die Tests nutzten SCONE Bench, einen Benchmark mit 405 Smart Contracts, die zwischen 2020 und 2025 tatsächlich angegriffen wurden. Die KI-Agenten konnten in 55 % der Fälle eine funktionierende Angriffsmethode entwickeln – sogar bei Verträgen, die erst nach dem Wissensstand der Modelle veröffentlicht wurden. Dies belegt, dass moderne KI auch ohne vorheriges Wissen neue Schwachstellen erkennen und ausnutzen kann.
KI erkennt neue Schwachstellen in realitätsnahen Umgebungen
Die Forschenden gingen noch weiter: Sonnet 4.5 und GPT-5 wurden auf 2.849 kürzlich veröffentlichte Smart Contracts angesetzt, die bislang keine bekannten Fehler aufwiesen. Beide Modelle entdeckten zwei bislang unbekannte Zero-Day-Schwachstellen und entwickelten sofort profitable Exploits mit einem geschätzten Wert von 3.694 US-Dollar. Die Tests wurden bewusst in simulierten Blockchain-Umgebungen durchgeführt, um reale Schäden zu vermeiden.
Eine der entdeckten Schwachstellen betraf eine falsch implementierte Funktion, die eigentlich nur zur Informationsabfrage dienen sollte. Aufgrund fehlender Sicherheitsvorkehrungen konnte diese Funktion jedoch genutzt werden, um sich selbst zusätzliche Token zuzuweisen. Das Ergebnis: Innerhalb weniger Minuten hatte der KI-Agent sich selbst virtuell bereichert und die Token gegen gewinnbringende Assets eingetauscht.
Exploit-Erträge verdoppeln sich alle 1,3 Monate
Besonders alarmierend: Die Fähigkeiten der KI verbessern sich rasant. Laut Bericht verdoppeln sich die durch Exploits generierten Erträge aktuell alle 1,3 Monate. Gleichzeitig sinken die Kosten für die Durchführung solcher Angriffe deutlich. In diesem Experiment betrug der Aufwand für eine vollständige Analyse eines Smart Contracts im Schnitt nur 1,22 US-Dollar. Laut Anthropic ließen sich diese Prozesse leicht automatisieren und in großem Maßstab einsetzen – auch durch böswillige Akteure.
Die Forschenden warnen: Entwickler haben künftig immer weniger Zeit, um Schwachstellen zu finden und zu beheben. Denn KI kann unermüdlich, kostengünstig und rund um die Uhr nach Fehlern im Code suchen. Die Studie schließt mit einem klaren Appell: Dieselben KI-Systeme, die in der Lage sind, Angriffe zu generieren, sollten auch eingesetzt werden, um diese im Vorfeld zu erkennen und zu verhindern. Abwarten ist keine Option mehr.
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