Tethers ambitionierte Kapitalbeschaffung bekommt einen Realitätscheck vom Markt
Tether reduziert seine ambitionierten Pläne für eine milliardenschwere Kapitalbeschaffung erheblich. Während das Unternehmen zuvor eine Kapitalspritze zwischen 15 und 20 Milliarden US-Dollar anstrebte, ist nun ein deutlich bescheidenerer Betrag im Gespräch. Laut CEO Paolo Ardoino besteht sogar keinerlei Druck, überhaupt Kapital aufzunehmen.
USDT ist weder bei Bitvavo noch bei Bybit erhältlich.
Investoren durchschauen Bewertung von 500 Milliarden US-Dollar
Die Pläne von Tether gerieten unter Druck aufgrund einer extrem hohen Bewertung von rund 500 Milliarden US-Dollar. Investoren reagierten kritisch und äußerten Zweifel an der Realisierbarkeit dieses Betrags – trotz der profitablen Geschäftszahlen des Unternehmens. Infolgedessen prüfen die Berater von Tether nun eine deutlich kleinere Finanzierungsrunde, möglicherweise in der Größenordnung von 5 Milliarden US-Dollar.
Paolo Ardoino, der erst kürzlich CEO des Unternehmens hinter der Stablecoin USDT wurde, relativiert die Berichte. Seinen Aussagen zufolge handelte es sich bei dem ursprünglich genannten Betrag lediglich um ein mögliches Maximalziel.
“Wir sind vollkommen zufrieden mit der Vorstellung, überhaupt kein Kapital aufzunehmen”, sagte er gegenüber der Financial Times.
Es scheint sich also eher um eine Erkundung als um eine Notwendigkeit zu handeln.
Gewinne aus Reserven machen Kapitalbeschaffung weniger dringlich
Ein Grund dafür, dass sich Tether keine Sorgen über die Kapitalaufnahme macht, liegt in den hohen Gewinnen, die das Unternehmen im vergangenen Jahr erzielt hat. Im Jahr 2023 erwirtschaftete Tether eigenen Angaben zufolge rund 10 Milliarden US-Dollar Gewinn – vor allem durch Renditen auf die Reserven, die die USDT-Stablecoin absichern. Das bestätigt, dass das Geschäftsmodell des Unternehmens – zumindest auf dem Papier – äußerst profitabel ist.
Trotzdem dürfte die Nachricht über die angepassten Fundraising-Pläne innerhalb der Kryptowährungswelt für Diskussionen sorgen. Sie wirft Fragen über Transparenz, Skalierbarkeit und Zukunftsstrategie des größten Stablecoin-Unternehmens am Markt auf.
Mehr dazu im Originalartikel der Financial Times.
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