TRM Labs: Xinbi bleibt Schlüsselfigur in Krypto-Geldwäsche-Netzwerken
Trotz intensiver Durchsetzungsmaßnahmen und der Entfernung von Telegram-Kanälen zeigt sich die chinesische Plattform Xinbi erstaunlich widerstandsfähig. Laut einer Untersuchung von TRM Labs hat der sogenannte “Guarantee Marketplace” bereits Transaktionen im Wert von 17,9 Milliarden US-Dollar abgewickelt. Während Konkurrenten wie Haowang und Tudou nach der Telegram-Crackdown beinahe vollständig zusammenbrachen, konnte sich Xinbi nicht nur behaupten – sondern sogar weiter wachsen.
Von Telegram zu eigenen Wallets und alternativen Plattformen
Xinbi startete 2022 als Telegram-basierter Marktplatz und Escrow-Dienst, besonders beliebt bei Cyberkriminellen und Betrugssyndikaten. Als Telegram im Jahr 2025 auf US-Druck begann, Kanäle zu sperren, wichen viele Plattformen auf Alternativen wie ChatMe aus. Doch während andere mit der Umstellung kämpften, baute Xinbi seine Infrastruktur gezielt um. Bereits im Juni 2025 wurde das sichere Chat-Tool SafeW beworben und mit XinbiPay ein eigener Wallet-Service eingeführt.
Diese Strategie erwies sich als wirksam: Während Anbieter wie Huione und Tudou einen Rückgang von 70 % bis 100 % bei den Transaktionen hinnehmen mussten, konnte Xinbi sein tägliches Transaktionsvolumen zwischen Mai und Dezember 2025 nahezu verdoppeln. Im Januar 2026 beschleunigte sich die Migration zu SafeW und XinbiPay weiter – auch durch die Verhaftung von Prince Group-Chef Chen Zhi und die Schließung von Tudou Guarantee.
Warum Guarantee-Plattformen für Kriminelle attraktiv sind
Dienste wie Xinbi kombinieren Escrow, interne Wallets und weitgehende Anonymität. Nutzer müssen sich kaum identifizieren, Transaktionen finden größtenteils innerhalb des Ökosystems statt, und die Plattform übernimmt die Zahlungsabwicklung. Das macht solche Dienste besonders geeignet für Geldwäsche, Pig-Butchering-Betrug, sowie den Handel mit gestohlenen Daten oder gefälschten Dokumenten.
Anbieter müssen sich bei den Administratoren registrieren und teilweise hohe Sicherheitsleistungen in USDT hinterlegen – abhängig von den angebotenen Services. Die Admins verwalten Streitfälle und kontrollieren den Geldfluss – was ihnen sowohl Macht als auch finanzielle Anreize verschafft. Durch die Nutzung interner Wallets wird zudem die Nachverfolgung der Gelder für Ermittlungsbehörden deutlich erschwert.
Ein strukturelles Problem, das sich schwer ausrotten lässt
Der Fall Xinbi zeigt, dass selbst harte Maßnahmen wie ein Telegram-Verbot solche Plattform-Modelle nicht stoppen, sondern eher in die Breite treiben. Durch den Wechsel auf alternative Kommunikationsdienste und den Aufbau eigener Infrastrukturen wird die Strafverfolgung komplexer und fragmentierter. Trotzdem bleibt die Zerschlagung solcher Plattformen entscheidend, um kriminelle Netzwerke zu stören.
Weitere Informationen zur Untersuchung findest du direkt bei TRM Labs.
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