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Ölpreis schwankt wegen unbestätigter Iran-Berichte um bis zu 15 Prozent

Ölpreis schwankt wegen unbestätigter Iran-Berichte um bis zu 15 Prozent
Ölpreis schwankt wegen unbestätigter Iran-Berichte um bis zu 15 Prozent

Seit Beginn des Iran-Kriegs sind mindestens zehn unbestätigte Meldungen erschienen, die den Ölpreis binnen kurzer Zeit um bis zu 15% bewegt haben. Jede dieser Meldungen wurde später dementiert, widerlegt oder erwies sich schlicht als falsch. Coin Bureau hat alle Fälle zusammengestellt und zieht eine klare Schlussfolgerung: Anleger gehen echte finanzielle Risiken auf Basis von Informationen ein, die sich immer wieder als falsch herausstellen.

In Kürze:

  • Zehn unbestätigte Meldungen über einen Deal oder eine Waffenruhe ließen den Ölpreis jedes Mal deutlich fallen oder steigen.
  • In allen Fällen wurden die Meldungen später dementiert oder bewahrheiteten sich nicht.
  • Das Muster zeigt, wie empfindlich der Ölpreis auf geopolitische Nachrichten reagiert, auch wenn diese Nachrichten falsch sind.

Zehn Meldungen, zehnmal daneben

Der erste Vorfall datiert vom 9. März, als Trump erklärte, der Krieg sei “so gut wie vorbei”. Brent-Rohöl fiel daraufhin um 15%, danach ging der Konflikt einfach weiter. Zwei Wochen später behauptete Trump, es fänden “produktive” Gespräche mit dem Iran statt. Brent verlor 14%. Der Iran dementierte, dass es überhaupt Gespräche gab.

Am 17. April erklärte der iranische Außenminister, die Straße von Hormus sei “vollständig offen”. Der Ölpreis fiel um 11%. Einen Tag später schloss die Revolutionsgarde die Straße dann doch. Im Mai folgten zwei vergleichbare Fälle: Eine Meldung über eine bevorstehende Einigung zwischen den USA und dem Iran schickte Brent um 12% nach unten, und Trump bezeichnete sie anschließend als “zu früh”. Ein über Pakistan vermittelter Vertragsentwurf ließ den Preis um weitere 2% fallen, doch der Iran ließ mitteilen, damit nicht einverstanden zu sein.

Das Muster setzt sich bis Oktober fort

Am 1. Juni meldeten iranische Medien, die Gespräche seien abgebrochen. Brent stieg daraufhin um 4,5%. Sechzehn Tage später unterzeichneten die USA und der Iran dann doch eine Absichtserklärung. Im Juli behauptete Trump, die Verhandlungen in Katar verliefen “gut”, worauf der Ölpreis um 1,9% fiel. Der Iran weigerte sich, die amerikanische Delegation zu empfangen.

Im August erklärte Trump, die Straße von Hormus werde am nächsten Tag geöffnet. Brent verlor 5,3%. Der Iran dementierte, dass es Gespräche gab, und die Straße blieb geschlossen. Im September tauchte eine Meldung auf, der Iran werde Hormus innerhalb von sieben Tagen wieder öffnen, was den Preis um 3% nach unten schickte. Der Iran bezeichnete die Meldung als “ungültig”.

Der jüngste Fall ereignete sich am 20. Oktober. Ein Bericht meldete, eine Einigung sei in Vorbereitung, was einen Kursrückgang von 3,3% zur Folge hatte. Ein Diplomat dementierte die Meldung einen Tag später.

Coin Bureau weist darauf hin, dass der Ölpreis inzwischen bei $110,47 steht und Anleger bei jeder neuen Meldung erneut echte finanzielle Risiken auf Basis von Berichten eingehen, die systematisch nicht bestätigt werden. Das Muster legt nahe, dass der Markt immer wieder zu schnell auf geopolitische Nachrichten rund um den Iran-Konflikt reagiert, ohne dass die Fakten das rechtfertigen.

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