Deutscher Verdächtiger nach Geldwäsche mit Dream-Market-Kryptowährungen festgenommen
Die US-Behörden gehen erneut gegen ein ehemaliges Führungsmitglied der Darknetplattform Dream Market vor. Laut dem US-Justizministerium soll der Deutsche Owe Martin Andresen Millionen an Kryptowährungen aus alten Wallets der Plattform bewegt und anschließend in Goldbarren umgewandelt haben. Im Mittelpunkt des Falls stehen mutmaßliche Geldwäschetransaktionen im Wert von mehr als 2 Millionen US-Dollar, die zwischen 2023 und 2025 stattgefunden haben sollen.
Dream Market entwickelte sich zwischen 2013 und 2019 zu einem der größten illegalen Marktplätze im Darknet. Über die Plattform wurden unter anderem Drogen, gestohlene personenbezogene Daten und gefälschte Dokumente verkauft. Die Zahlungen erfolgten größtenteils über Kryptowährungen, wodurch Nutzer versuchten, ihre Transaktionen vor Strafverfolgungsbehörden zu verbergen.
Millionen an Kryptowährungen in Gold umgewandelt
Laut den Anklägern erhielt Andresen Zugriff auf alte Dream-Market-Wallets, die nach der Schließung der Plattform im Jahr 2019 jahrelang unberührt geblieben waren. Im November und Dezember 2022 sollen die Wallets plötzlich wieder aktiv geworden sein. US-Ermittler gehen davon aus, dass nur jemand mit Zugriff auf die ursprünglichen privaten Schlüssel diese Transaktionen durchführen konnte.
Anschließend soll Andresen die Kryptowährungen in neuen Wallets zusammengeführt und später Goldbarren über einen Kryptodienstleister aus Atlanta gekauft haben. Diese Goldbarren wurden danach an seine Wohnadresse in Deutschland versendet.
Bei Durchsuchungen am 7. Mai 2026 beschlagnahmten deutsche und amerikanische Behörden Goldbarren im Wert von etwa 1,7 Millionen US-Dollar. Darüber hinaus fanden Ermittler mehr als 23.000 US-Dollar Bargeld sowie kryptobezogene Vermögenswerte im Wert von rund 1,2 Millionen US-Dollar.
Weitere Details zur Anklage stehen in der offiziellen Mitteilung des US-Justizministeriums, berichtet das DOJ.
Dream Market verarbeitet enorme Mengen an Drogenhandel
Aus Gerichtsdokumenten geht hervor, dass Dream Market auf seinem Höhepunkt fast 100.000 Anzeigen gleichzeitig online hatte. Laut der Justiz ermöglichte die Plattform den Verkauf von mehr als 450 Kilogramm Kokain, 90 Kilogramm Heroin, 45 Kilogramm Methamphetamin sowie Dutzenden Kilogramm Fentanyl und Oxycodon.
Nutzer verwendeten dabei Tor, ein Anonymitätsnetzwerk, das die Nachverfolgung des Internetverkehrs erschwert. Kryptowährungen spielten innerhalb der Plattform eine wichtige Rolle, da Zahlungen dadurch für traditionelle Finanzinstitute weniger sichtbar waren. Experten warnten bereits zuvor vor zunehmenden Risiken rund um Krypto-Betrug und internationale Geldwäschepraktiken.
Die US-Regierung hatte bereits zuvor mehrere Moderatoren und Betreiber von Dream Market strafrechtlich verfolgt. Dennoch blieb die Identität des Hauptbetreibers mit dem Alias “Speedstepper” jahrelang unbekannt. Ermittler vermuten nun, dass Andresen möglicherweise diese Person ist.
Deutscher Verdächtiger riskiert mehrere Jahrzehnte Haft
Eine US-Bundesjury erhob im Januar 2026 offiziell Anklage gegen Andresen wegen zwölf Fällen von Geldwäsche. Auf jede Anklage stehen bis zu zwanzig Jahre Gefängnis. Auch in Deutschland läuft ein separates Strafverfahren gegen ihn.
Der Fall zeigt erneut, dass Strafverfolgungsbehörden zunehmend Blockchain-Transaktionen analysieren, um alte Darknet-Aktivitäten nachträglich aufzudecken. Selbst Wallets, die jahrelang inaktiv bleiben, geraten letztlich ins Visier, sobald sich große Beträge wieder bewegen.
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