Kalshi verbannt Ex-Politiker George Santos lebenslang
Die Prognosemarkt-Plattform Kalshi hat den ehemaligen US-Kongressabgeordneten George Santos als erste Person überhaupt lebenslang von der Plattform verbannt. Santos soll große Positionen auf einem Markt eingegangen sein, der sich um seine Anwesenheit bei der State of the Union von Präsident Donald Trump drehte. Anschließend soll er irreführende Aussagen über seine Anwesenheit gemacht haben, um die Vertragspreise zu beeinflussen und damit rund 18.000 Dollar zu verdienen. Kalshi verhängt gegen ihn zudem eine Geldstrafe von mehr als 70.000 Dollar.
Das Wichtigste in Kürze:
- Kalshi erteilt George Santos ein lebenslanges Handelsverbot wegen Marktmanipulation rund um die State of the Union von Trump. Das berichtet NPR.
- Santos verdiente rund 18.000 Dollar, indem er darauf wettete, dass er die Rede nicht besuchen würde, nachdem er irreführende öffentliche Aussagen gemacht hatte.
- Die Aufsichtsbehörde CFTC verhängte zuvor bereits eine Geldstrafe von 172.000 Dollar gegen einen ehemaligen Mitarbeiter des Weißen Hauses für ähnliche Praktiken.
Santos verweigerte die Zusammenarbeit mit der Untersuchung
Kalshi gab bekannt, dass Santos nicht an der internen Untersuchung der Plattform mitgewirkt habe. Das sei laut dem Unternehmen der Grund für das lebenslange Verbot. Vier andere jüngste Fälle auf der Plattform führten lediglich zu vorübergehenden Sperren, weil die betroffenen Händler bei der Untersuchung kooperierten.
Santos wurde 2023 nach einer Reihe von Skandalen um Betrug und Täuschung aus dem US-Kongress ausgeschlossen. Mit seinem Ausschluss von Kalshi setzt die Plattform nach eigenen Angaben ein deutliches Zeichen im Umgang mit Missbrauch ihrer Märkte.
CFTC geht auch gegen ehemaligen Mitarbeiter des Weißen Hauses vor
Der Fall Santos steht nicht für sich allein. Laut der US-amerikanischen Rohstoffaufsicht CFTC muss Gabriel Perez, ein ehemaliger Teleprompter-Operator im Weißen Haus, insgesamt 172.000 Dollar für Handel mit Insiderwissen zahlen. Perez hatte über seine Funktion Zugang zu Präsidentenreden, bevor diese gehalten wurden, und nutzte diese Informationen zwischen Dezember 2025 und Februar 2026, um auf einer Prognosemarkt-Plattform in sogenannten Presidential-Mention-Kontrakten zu handeln. Dabei verdiente er mehr als 107.500 Dollar.
Die CFTC verhängt gegen Perez zudem ein dreijähriges Handelsverbot. Er erhält einen Nachlass auf die zivilrechtliche Geldstrafe, weil er vollständig mit der Untersuchung kooperierte. Die Aufsichtsbehörde würdigt ausdrücklich die Zusammenarbeit von Kalshi bei dieser Untersuchung.
Breiterer Kampf gegen Missbrauch auf Prognosemärkten
Die Maßnahmen gegen Santos und Perez sind Teil einer breiteren Bewegung innerhalb der Branche, um Missbrauch von Prognosemarkt-Plattformen einzudämmen. So soll auch der Konkurrent Polymarket aktiv daran arbeiten, böswillige Händler von Märkten rund um die Zwischenwahlen in den USA fernzuhalten.
Prognosemärkte stehen seit einigen Jahren stark im Fokus, auch weil sie bei großen politischen und gesellschaftlichen Ereignissen oft präziser sind als traditionelle Umfragen. Das macht die Plattformen gleichzeitig attraktiv für alle, die Informationsvorteile ausnutzen wollen, was den Druck auf Durchsetzung und Aufsicht erhöht.
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