Lagarde blockiert europäische Binance-Lizenz in Griechenland
EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat persönlich eingegriffen, um zu verhindern, dass Binance über Griechenland eine EU-weite Lizenz erhält. Das berichtet das Wall Street Journal. Die Kryptobörse stand kurz vor einer großen Ankündigung: Die Pressemitteilung war bereits vorbereitet, und CEO Richard Teng wollte nach Athen reisen, um sich mit dem griechischen Premierminister für ein Foto ablichten zu lassen.
Das Wichtigste in Kürze:
- Lagarde blockierte den MiCA-Lizenzantrag von Binance durch direkten Kontakt zum griechischen Premierminister
- Die Kryptobörse hatte bereits eine Pressemitteilung vorbereitet und Büroräume gebucht
- Bedenken wegen Dollar-Stablecoins und des digitalen Euro spielten eine Rolle
Der Moment der Konfrontation
Binance hatte sich vollständig auf einen Durchbruch auf dem europäischen Markt vorbereitet. Die Pressemitteilung trug die Überschrift “Major Milestone”, und lokale Mitarbeiter waren dabei, Büroräume anzumieten. Doch wenige Tage später erhielt die Kryptobörse ein ganz anderes Signal. Ein hochrangiger Vertreter der griechischen Aufsichtsbehörde ließ durchblicken, dass Lagarde persönlich eingegriffen hatte, um den Lizenzantrag zu stoppen.
Der Vorfall zeigt die Spannungen rund um die Expansion von Binance in Europa. Die Kryptobörse hatte ihren MiCA-Antrag im Januar eingereicht, und Anfang Juni erklärten griechische Beamte, dieser sei vollständig bearbeitet. Mitte Juni jedoch tauchten Berichte auf, dass Lagarde sich in das Verfahren eingeschaltet hatte.
Warum Lagarde eingriff
Zwei Überlegungen spielten bei der Entscheidung der EZB-Präsidentin eine Rolle. Erstens wollte Lagarde abwarten, ob die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) zentral für EU-weite Krypto-Lizenzen zuständig werden würde, anstelle der nationalen Aufsichtsbehörden. Das würde mehr Kontrolle auf europäischer Ebene ermöglichen.
Zweitens machte sie sich Sorgen über die wachsende Dominanz dollar-basierter Stablecoins in Europa. Eine weitere Expansion von Binance könnte diesen Einfluss verstärken und die Entwicklung des digitalen Euro untergraben. Dieses Thema ist Teil einer breiteren europäischen Debatte darüber, wer bei der Zulassung großer Krypto-Plattformen unter der MiCA-Regulierung das letzte Wort hat.
Binance lehnt Stellungnahme ab
Binance wollte sich nicht zu den Berichten über Lagardes Einmischung äußern. “Wir werden nicht auf Spekulationen reagieren”, sagte ein Sprecher. “In Europa bleibt Binance der langfristigen Einhaltung der MiCA-Regulierung verpflichtet.”
Die Kryptobörse zog ihren griechischen Antrag schließlich zurück und suchte die Zulassung in einem anderen EU-Land. Traditionelle Finanzinstitute wie die Deutsche Bank kommen auf dem europäischen Markt hingegen voran. Die Deutsche Bank arbeitet an einem Verwahrservice für Bitcoin und Ether, was zeigt, dass es für etablierte Akteure weniger schwierig ist.
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