Oracle-Anleihen brechen ein, Zins klettert auf Rekordhoch von 8,3%
Das Softwareunternehmen Oracle gerät finanziell schwer unter Druck. Nach Handelsschluss brachen die langlaufenden Anleihen des Unternehmens ein, wodurch die effektive Rendite auf diese Kredite auf einen Rekordwert von 8,3% stieg. Gleichzeitig nimmt der Kreditdruck deutlich zu, und eine Herabstufung droht, die erhebliche Folgen für Hunderte Milliarden Dollar ausstehender Schulden haben könnte.
In Kürze:
- Die Anleiherendite von Oracle erreicht nach einer Kaufwelle nach Börsenschluss einen Rekordwert von 8,3%.
- Das Kreditrisikomaß stieg um 16% auf 227 Basispunkte, mehr als das Vierfache des Durchschnitts für Investment-Grade-Unternehmen.
- Eine mögliche Herabstufung auf Junk-Status könnte automatisch zur Entfernung von $120 Milliarden an Anleihen aus Investment-Grade-Indizes führen.
Kreditrisiko von Oracle steigt stark an
Der fünfjährige Credit Default Swap Spread von Oracle, ein Maß für das Risiko, dass ein Unternehmen seine Schulden nicht zurückzahlen kann, stieg um 16% auf 227 Basispunkte. Das ist nicht nur ein neuer Rekord für das Unternehmen, sondern auch mehr als viermal so hoch wie der Durchschnitt des Investment-Grade-Index, der bei rund 55 Basispunkten liegt.
Coinbureau weist auf die Ernsthaftigkeit der Lage hin und merkt an, dass $18 Milliarden an Krediten, die mit Project Jupiter verbunden sind, Oracles groß angelegtem Rechenzentrumsprojekt, derzeit bei etwa 90 Cent pro Dollar gehandelt werden. Das bedeutet, dass der Markt bereits ein erhöhtes Verlustrisiko für Kreditgeber einpreist.
Drohende Herabstufung auf Junk-Status hat große Auswirkungen
Das gravierendste Szenario ist eine mögliche Herabstufung von Oracles Kreditstatus auf Junk, also eine Bewertung unterhalb von Investment-Grade. Sollte das geschehen, könnten $120 Milliarden an ausstehenden Anleihen automatisch aus den Indizes entfernt werden, die Investment-Grade-Schulden abbilden. Viele institutionelle Anleger wie Pensionsfonds und Versicherungsgesellschaften dürfen aufgrund ihres Mandats keine Junk-Anleihen halten und wären dann gezwungen zu verkaufen.
Eine solche erzwungene Verkaufswelle könnte die Kurse der Anleihen weiter unter Druck setzen und die Finanzierungskosten für Oracle noch weiter in die Höhe treiben, gerade in einem Moment, in dem das Unternehmen bereits durch die Schulden rund um Project Jupiter stark belastet ist.
Breitere Marktreaktion und Folgen
Die Entwicklungen rund um Oracle zeigen, wie schnell die Stimmung am Kreditmarkt kippen kann, wenn ein großes Unternehmen große Schuldenpositionen für kapitalintensive Projekte wie Rechenzentren aufbaut. Die Kombination aus Rekordrenditen, stark gestiegenem Kreditrisiko und der Drohung einer Herabstufung macht deutlich, dass Anleger das Vertrauen in Oracles Schuldenposition verlieren.
Ob Oracle eine Herabstufung abwenden kann, hängt davon ab, ob das Unternehmen schnell Klarheit über die Finanzierung von Project Jupiter und die Rückzahlung seiner ausstehenden Schulden schaffen kann.
Keine Finanzberatung. Blockchain Stories bietet ausschließlich informative Inhalte. Krypto-Assets sind sehr volatil und Sie können Ihren gesamten Einsatz verlieren. Führen Sie stets Ihre eigene Recherche durch. Lesen Sie unseren vollständigen Haftungsausschluss.
Affiliate-Hinweis. Einige Links auf dieser Seite sind Affiliate-Links. Wenn Sie sich über einen solchen Link bei einem Partner anmelden, erhalten wir möglicherweise eine Provision, ohne zusätzliche Kosten für Sie. Dies beeinflusst niemals unsere Berichterstattung. Lesen Sie unsere redaktionellen Richtlinien.