Sechs Malaysier in Singapur wegen bewaffneten Überfalls auf Pokerparty verurteilt
Sieben Malaysier sind in Singapur von einem Gericht wegen eines bewaffneten Überfalls auf ein privates Pokerspiel im Luxusviertel Bukit Timah verurteilt worden. In der Nacht des 18. April 2024 drangen sie bewaffnet in eine Villa ein, bedrohten die Anwesenden und entkamen mit mehr als $4,9 Millionen, teilweise in Kryptowährung. Die beiden Hauptverdächtigen erhielten Gefängnisstrafen von fast dreizehn Jahren sowie jeweils 24 Stockschläge.
Das Wichtigste in Kürze:
- Sieben Malaysier überfielen ein Pokerspiel in Singapur und stahlen mehr als $4,9 Millionen in Bargeld, Krypto und Luxusgütern.
- Sechs Verdächtige bekannten sich schuldig und wurden zu Strafen von gut sieben bis fast dreizehn Jahren Haft verurteilt.
- Von der gestohlenen Summe sind bis heute mehr als $3,2 Millionen nicht wieder aufgetaucht.
Die Täter wussten, dass die Spieler in Krypto zahlten
Die beiden Hauptverdächtigen, Wong Chi Shan (35) und Goh Boon Tong (30), erfuhren über Umwege, dass in der Villa am King Albert Park regelmäßig Pokerspiele mit Einsätzen in Höhe von Hunderttausenden Dollar stattfanden. Ein besonderes Detail: Die Spieler rechneten untereinander in Kryptowährung ab. Die beiden suchten das Anwesen vorab auf, um es auszukundschaften, und stellten fest, dass die Tür während der Spiele nicht abgeschlossen war.
Anschließend rekrutierten sie fünf Komplizen. In der Nacht des Überfalls betraten die sieben Männer kurz nach 02:00 Uhr das Anwesen, gekleidet in schwarzer Kleidung mit Sturmhauben und Handschuhen. Sie waren mit Macheten und Baseballschlägern bewaffnet. Im Inneren trafen sie auf elf Personen: die Gastgeberin und ihren Mann, einen Pokerorganisator, eine südkoreanische Kartenmischerin, einen malaysischen Masseur und sieben Pokerspieler aus Indonesien, China und Singapur.
Die Anwesenden wurden mit Klebeband und Kabelbindern gefesselt. Die Täter durchsuchten ihre Telefone nach Krypto-Apps und überwiesen digitale Guthaben auf eigene Adressen. Anschließend nahmen sie auch Bargeld, Luxusuhren und die Schlüssel eines Ferrari mit. Wie The Independent berichtet, bezeichnete das Gericht die Tat als “Blitzüberfall”.
Flucht nach Malaysia und Strafverfolgung
Nach dem Überfall flohen die Männer in zwei Gruppen über verschiedene Grenzübergänge aus Singapur. In Malaysia warfen sie Kleidung und Waffen weg und tauschten einen Teil der gestohlenen Krypto in Bargeld um, das sie untereinander aufteilten. Goh hatte Hamidon für die Logistik rekrutiert, der dafür im Voraus 10.000 malaysische Ringgit erhielt.
Die sechs wurden zwischen April und November 2024 festgenommen und nach Singapur überstellt. Ein siebter Verdächtiger, Muhammad Yusuf Kassim (33), ist noch auf der Flucht und soll sich in Thailand aufhalten.
Am 14. September bekannten sich alle sechs vor Gericht schuldig. Die Strafen reichen von sieben Jahren und acht Monaten bis fast dreizehn Jahren Gefängnis. Verdächtige unter fünfzig Jahren erhalten zudem jeweils 24 Stockschläge. Richter Aidan Xu nannte den Überfall “brutal und gut geplant” und eine schwerwiegende Störung der öffentlichen Sicherheit.
Die singapurischen Behörden haben inzwischen umgerechnet etwa $1,69 Millionen an gestohlenen Gütern sichergestellt, darunter rund $800.000 in Krypto, die Goh mit aufspüren half. Mehr als $3,2 Millionen bleiben bislang verschwunden.
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