Vitalik Buterin: 60 Prozent Chance auf effiziente Kryptografie bis 2030
Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin erwartet, dass fortgeschrittene kryptografische Techniken innerhalb dieses Jahrzehnts deutlich praktikabler werden. Auf X teilt er seine Vision für die Zukunft von drei Techniken, die er die „Egyptian God Protocols“ nennt: SNARK, FHE und iO. Er schätzt die Wahrscheinlichkeit auf 60 Prozent, dass alle drei mit weniger als dem Zehnfachen der Rechenleistung gewöhnlicher Berechnungen ausgeführt werden können, was sie für reale Anwendungen nutzbar machen würde.
Das Wichtigste in Kürze:
- Buterin schätzt die Wahrscheinlichkeit auf 60 Prozent, dass SNARK, FHE und iO mit weniger als dem Zehnfachen der normalen Rechenleistung funktionieren
- Er erwartet, dass SNARKs mit einem so geringen Overhead vor Ende dieses Jahrzehnts machbar sind
- Bei spezialisierten Hashfunktionen und bestimmten KI-Anwendungen ist dieses Niveau bereits erreicht
Drei kryptografische Techniken mit großen Ambitionen
Die drei Techniken, die Buterin bespricht, haben jeweils eine eigene Rolle in der Welt des Datenschutzes und der Verifikation. SNARKs sind mathematische Beweise, mit denen sich zeigen lässt, dass eine Berechnung stimmt, ohne deren Inhalt preiszugeben. FHE, ausgeschrieben Fully Homomorphic Encryption, ermöglicht Berechnungen auf verschlüsselten Daten, ohne diese zuvor entschlüsseln zu müssen. iO, also indistinguishability obfuscation, verschlüsselt die Funktionsweise von Software selbst, sodass ihre Logik verborgen bleibt.
Das große Hindernis für alle drei ist die enorme zusätzliche Rechenleistung, die sie derzeit noch benötigen. Buterin schätzt die Wahrscheinlichkeit auf lediglich 33 Prozent, dass dieser Zusatzaufwand bei großen Berechnungen nahezu verschwindet, was er als einen Overhead von 1+ε beschreibt. Das würde bedeuten, dass die zusätzlichen Kosten der kryptografischen Absicherung im Vergleich zur Berechnung selbst vernachlässigbar klein würden.
SNARKs als aussichtsreichster Kandidat
Buterin ist am optimistischsten, was SNARKs betrifft. Er erwartet eine gute Chance, dass diese Technik vor Ende 2030 die Grenze von weniger als dem Zehnfachen der normalen Rechenleistung erreicht. Als Referenz verweist er auf spezialisierte Hashfunktionen, wo dieses Niveau bereits erreicht ist, sowie auf bestimmte Formen der Inferenz bei großen Sprachmodellen.
Es handelt sich allerdings um ausgesprochen persönliche Erwartungen, die derzeit außerhalb des Konsenses der Kryptografie-Gemeinschaft liegen, wie Buterin selbst einräumt. Wie realistisch sein Zeitplan ist, wird sich in den kommenden Jahren durch wissenschaftliche Forschung und praktische Implementierungen zeigen müssen.
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