Indien untersucht 400 Binance-Trader wegen Steuerhinterziehung
Die indische Steuerbehörde hat ihr Augenmerk auf mehr als 400 wohlhabende Krypto-Investoren gerichtet, die über Binance aktiv waren. Laut einem Bericht der Economic Times soll es sich um umfangreiche Steuerhinterziehung in den Steuerjahren 2022–23 und 2024–25 handeln. Lokale Steuerbüros haben bis zum 17. Oktober Zeit, ihre Untersuchungen an die Zentrale weiterzuleiten.
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Hohe Steuerlast macht Steuerflucht attraktiv
Indien ist berüchtigt für seine hohe Krypto-Besteuerung. Trader müssen bei jeder Transaktion 1 % Steuer (TDS) abführen – noch bevor überhaupt ein Gewinn realisiert wurde. Hinzu kommt eine Gewinnsteuer von 30 %, plus diverse Abgaben, die den effektiven Steuersatz für Spitzenverdiener auf bis zu 42,7 % steigen lassen. Kein Wunder also, dass manche versuchen, unter dem Radar zu bleiben.
Die Steuerbehörde verdächtigt diese spezielle Gruppe, systematisch ihren Steuerpflichten über die Binance-Plattform entgangen zu sein. Obwohl Binance Ende 2023 in Indien vorübergehend verboten wurde, kehrte das Unternehmen im August 2024 zurück – nachdem es eine Strafe von 2,25 Mio. $ gezahlt und sich bei der Financial Intelligence Unit (FIU) offiziell als “reporting entity” registriert hatte.
Peer-to-Peer-Handel unter Beobachtung
Laut dem Bericht war diese Registrierung der Auslöser für die aktuelle Untersuchung. Binance ist nun verpflichtet, Daten verdächtiger Nutzer an die indischen Behörden weiterzugeben. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem P2P-Handel – also direkten Transaktionen zwischen Nutzern, bei denen Binance zwar nicht als Zwischenhändler auftritt, die aber über lokale Zahlungsdienste wie Google Pay (früher auch Bargeld) abgewickelt werden. Letztere Methode wurde inzwischen eingestellt.
Indiens harte Haltung gegenüber Krypto steht im Kontrast zur Entwicklung einer eigenen digitalen Zentralbankwährung (CBDC). Minister Piyush Goyal erklärte kürzlich, dass die Regierung massiv in eine digitale Rupie investieren wolle – während privatwirtschaftliche Kryptowährungen ohne staatliche Unterstützung stark besteuert bleiben. Binance, das weltweit wegen u. a. Stablecoin-Problemen unter Druck steht, muss also auch in Indien wieder Vertrauen aufbauen.
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