Südkorea geht hart gegen Börsen wegen KYC-Verstößen vor
Die südkoreanischen Behörden ergreifen derzeit rasch strenge Maßnahmen gegen mehrere Kryptowährungsbörsen im Land. Nach den schweren Sanktionen gegen Dunamu, das Unternehmen hinter Upbit, stehen nun auch Korbit, Gopax, Bithumb und Coinone kurz davor, ähnliche Strafen zu erhalten. Die südkoreanische Aufsichtsbehörde FIU wird voraussichtlich Anfang nächsten Jahres die meisten Verfahren abschließen.
Bereits Anfang dieses Jahres erhielt Dunamu eine hohe Geldstrafe in Höhe von 35,2 Milliarden südkoreanischen Won, umgerechnet etwa 24,35 Millionen US-Dollar. Zusätzlich erhielt der CEO eine offizielle Verwarnung, und das Unternehmen durfte vorübergehend keine neuen Kunden aufnehmen oder Auszahlungen tätigen. Ähnliche Maßnahmen scheinen nun auch den anderen großen Börsen bevorzustehen.
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KYC-Probleme als Ursache
Die FIU führt seit dem vergangenen Jahr intensive Prüfungen bei den größten Börsen Südkoreas durch. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf der Einhaltung der KYC-Vorgaben sowie auf der Meldepflicht bei verdächtigen Transaktionen. Laut lokalen Medien wie Newsis wurden die meisten Kontrollen mittlerweile abgeschlossen. Nun folgen sowohl persönliche als auch institutionelle Sanktionen sowie finanzielle Bußgelder.
Die Reihenfolge der Maßnahmen gegen die einzelnen Börsen richtet sich nach dem Zeitpunkt der jeweiligen Untersuchung. So wurde Dunamu bereits im August letzten Jahres geprüft, gefolgt von Korbit im Oktober, Gopax im Dezember, Bithumb im März dieses Jahres und Coinone im April. Die FIU wendet ein “First In, First Out”-Prinzip an – wer zuerst geprüft wurde, wird auch zuerst sanktioniert.
Geldstrafen in Millionenhöhe stehen bevor
Die Krypto-Branche in Südkorea geht davon aus, dass sich die Höhe der Sanktionen zwischen den einzelnen Börsen nicht wesentlich unterscheiden wird. Die Verstöße ähneln sich stark: mangelhafte Kundenverifizierung und das Versäumnis, verdächtige Transaktionen zu melden. Es handelt sich somit um gravierende Mängel in der Bekämpfung von Geldwäsche.
Branchenexperten erwarten, dass auch die übrigen vier Börsen mit empfindlichen Geldstrafen rechnen müssen – möglicherweise in ähnlicher Höhe wie bei Dunamu, also im Bereich mehrerer hundert Millionen südkoreanischer Won. Die genaue Summe hängt vom Ausmaß und der Anzahl der Verstöße ab. Sicher scheint jedoch, dass keine der betroffenen Plattformen verschont bleiben wird.
Da es sich um mehrere Verfahren gleichzeitig handelt, ist es unwahrscheinlich, dass alle Sanktionen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Die meisten Strafbescheide werden voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2026 veröffentlicht.
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