Der Optionshandel explodiert, während ETFs die Krypto-Liquidität steuern
Im neuen Jahresbericht von Wintermute über den OTC-Markt 2025 fällt besonders auf, was nicht passiert ist: der große Durchbruch der Altcoins blieb aus. Zwar floss reichlich Liquidität in den Kryptomarkt, doch dieses Kapital blieb vor allem bei Bitcoin, Ethereum und einigen wenigen großen Namen hängen. Die lange erwartete Rotation hin zu kleineren Token fand schlichtweg nicht statt.
Wintermute zufolge gerät damit das traditionelle Narrativ des vierjährigen Halving-Zyklus ins Wanken. Statt sich wiederholender Muster dreht sich nun alles um eine zentrale Frage: Wohin fließt das Kapital – und worauf konzentriert sich die Aufmerksamkeit der Investoren?
Altcoin-Rallyes werden immer kürzer
Altcoins hatten es 2025 schwer. Im Schnitt hielt eine Altcoin-Rallye nur noch etwa 19,5 Tage an – 2024 waren es noch über 60 Tage. Narratives wie Memecoins, KI-Token oder dezentrale Börsen (DEX) kamen zwar schnell auf, verschwanden aber ebenso rasch wieder. Das Momentum ist also deutlich kurzlebiger geworden.
Wintermute zeigt in seinen Daten, dass der Anteil von BTC und ETH am OTC-Handelsvolumen von 54 % im Jahr 2023 auf 49 % im Jahr 2025 sank – diese Lücke wurde allerdings fast ausschließlich durch andere Large Caps gefüllt. Kleinere Altcoins, der sogenannte “Long Tail”, erhielten kaum Beachtung.
ETFs bestimmen, wohin das Kapital fließt
Eine der größten strukturellen Veränderungen laut Wintermute ist die Art und Weise, wie Kapital in den Markt gelangt. Im Jahr 2025 floss viel Geld über ETFs, Stablecoins und sogenannte DATs in den Markt. Da diese Produkte jedoch meist nur in eine begrenzte Auswahl an Coins investieren dürfen, blieb der Großteil des Kapitals bei den bekannten Namen.
Das hat zu einem reiferen Markt geführt. Der OTC-Optionshandel hat sich im Vergleich zu 2024 mehr als 2,5-fach erhöht. Auch die Nutzung von Optionen hat sich verändert: Anstelle reiner Spekulation werden sie nun zunehmend für Strategien wie Absicherung (Hedging) und Ertragsoptimierung (Yield Farming) eingesetzt.
Privatanleger kehren zu BTC und ETH zurück
Privatanleger strömten im Herbst 2025 verstärkt zurück zu großen Coins. Laut Wintermute-Daten geschah das etwa ab dem 10. Oktober – vermutlich als defensive Reaktion. Auffällig ist auch, dass die Aktivität im Retail-Sektor insgesamt rückläufig war. Das Interesse verlagerte sich stärker hin zu Aktien – insbesondere in Bereichen wie KI, Quantencomputing und Robotik.
Mit Blick auf 2026 stellt Wintermute fest, dass sich der Markt erst dann breiter erholen kann, wenn ETFs ihr Mandat erweitern, BTC und ETH deutlich zulegen oder wenn Privatanleger wieder verstärkt in Krypto zurückkehren. Bis dahin bleibt “Konzentration” das Schlüsselwort.
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