Südkorea arbeitet an Regelwerk für lokale Ausgabe digitaler Vermögenswerte
Südkorea unternimmt zunehmend ernsthafte Schritte in der Welt digitaler Vermögenswerte. Während es den Einwohnern inzwischen freisteht, in virtuelle Währungen zu investieren, die außerhalb des Landes ausgegeben wurden, prüft die Finanzaufsichtsbehörde nun eine mögliche Öffnung für die lokale Emission. Dennoch gibt es Bedenken hinsichtlich der Risiken – insbesondere im Zusammenhang mit Stablecoins, die an den südkoreanischen Won gekoppelt sind.
Registrierungssystem für koreanische Finanzinstitute in Arbeit
Laut Rhee Chang-yong, dem Gouverneur der Bank of Korea, wird derzeit an einem Registrierungssystem gearbeitet, das es südkoreanischen Finanzinstituten ermöglichen soll, selbst virtuelle Vermögenswerte auszugeben. Dies erklärte er auf dem Asian Financial Forum in Hongkong. Dieser Schritt würde den Markt in Südkorea deutlich zugänglicher für institutionelle Akteure machen, wie RTHK berichtet.
Allerdings ist nicht alles rosig. Eine an den südkoreanischen Won (KRW) gekoppelte Stablecoin könnte laut Rhee potenziell zur Umgehung von Kapitalverkehrskontrollen genutzt werden. Wenn Nutzer bei Wechselkursschwankungen in großem Umfang auf USD-Stablecoins umsteigen, könnten enorme Kapitalabflüsse ins Ausland entstehen – genau davor warnt die Zentralbank.
CBDC und Stablecoins: Zwei Gleise mit Risiken
Rhee betont, dass die Infrastruktur in Korea bereits sehr effizient sei – insbesondere im Zahlungsverkehr. Daher biete eine Retail-CBDC derzeit nur begrenzten Mehrwert. Stattdessen konzentriert sich die Zentralbank auf tokenisierte Einlagen und eine Wholesale-CBDC. So kann das bestehende Finanzsystem gestärkt werden, ohne dass Banken an den Rand gedrängt werden.
Allerdings äußert er Bedenken in Bezug auf die Aufsicht. Besonders dann, wenn Stablecoins von nicht-bankenaufsichtlichen Einrichtungen emittiert werden, sei die Regulierung schwierig. Laut Rhee ist es entscheidend, dass Aufsichtsbehörden gerade jetzt nicht nachlassen – trotz des Drucks aus der Branche. Er verweist auf die Lehren aus der Finanzkrise von 2008: Weniger Aufsicht mag kurzfristig attraktiv sein, kann aber langfristig teuer werden.
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