Bitcoin und Gold bewegen sich immer mehr im Gleichschritt
Der Zusammenhang zwischen Bitcoin und Gold erreicht den höchsten Stand seit fast sechs Jahren. Die 90-Tage-Korrelation liegt bei +0,50 und ist damit nahezu identisch mit dem Rekordwert, der während der Coronapandemie 2020 aufgestellt wurde. Dieser Wert hat sich seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt. Gleichzeitig sinkt die Korrelation zwischen Bitcoin und dem Nasdaq 100 auf ein Jahrestief von rund +0,30.
Das Wichtigste in Kürze:
- Die 90-Tage-Korrelation zwischen Bitcoin und Gold steigt auf +0,50, fast der höchste jemals gemessene Wert.
- Die Korrelation mit dem Nasdaq 100 fällt dagegen auf +0,30, den niedrigsten Stand seit einem Jahr.
- Eine Ankündigung des US-Finanzministeriums zu Schuldenrückkäufen scheint die Verschiebung beschleunigt zu haben.
Korrelation fast auf Rekordniveau
Laut einer Analyse von Bitwise Asset Management auf Basis von Bloomberg-Daten, auf die sich The Kobeissi Letter beruft, liegt die 90-Tage-Korrelation zwischen Bitcoin und Gold bei etwa +0,50. Das entspricht nahezu dem historischen Höchststand aus dem Jahr 2020. Zum Vergleich: Nach der Erholung vom Bärenmarkt 2022 erreichte dieselbe Korrelation lediglich +0,30.
Eine Korrelation zwischen -0,5 und +0,5 gilt traditionell als niedrig oder vernachlässigbar, doch der jüngste Anstieg in Richtung der Obergrenze dieser Zone zeigt, dass sich die beiden Anlageklassen in den vergangenen Monaten immer häufiger in dieselbe Richtung bewegen. Bitcoin schwankt derzeit um die Marke von $79.832, ein Anstieg von 0,2% in den letzten 24 Stunden.
Ankündigung des US-Finanzministeriums als Katalysator
The Kobeissi Letter weist darauf hin, dass der Anstieg sich nach einer Ankündigung des US-Finanzministeriums am 19. August beschleunigte. Das Ministerium gab bekannt, die Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen mindestens zu verdoppeln, von $2 Milliarden auf $4 Milliarden pro Transaktion. Laut The Kobeissi Letter sehen Anleger darin ein Signal für eine mögliche Geldentwertung und greifen deshalb häufiger sowohl zu Gold als auch zu Bitcoin als Schutz.
Die Verschiebung zeigt sich auch auf der anderen Seite: Die Korrelation zwischen Bitcoin und dem Nasdaq 100 fällt auf etwa +0,30, den niedrigsten Stand seit einem Jahr. Das deutet darauf hin, dass sich Bitcoin allmählich von Technologieaktien löst und sich anders verhält als der breitere Aktienmarkt.
Bitcoin wird zunehmend als Alternative zu Gold gesehen
Die Kombination aus höherer Goldkorrelation und niedrigerer Nasdaq-Korrelation passt in eine breitere Verschiebung, wie Anleger Bitcoin positionieren. Galt Bitcoin lange Zeit als riskante, spekulative Anlage, die sich mit Technologieaktien bewegte, verhält es sich nun eher wie ein sicherer Hafen vergleichbar mit Gold.
Ob dieser Trend anhält, hängt unter anderem von der weiteren Politik des US-Finanzministeriums und der Reaktion der Finanzmärkte auf eine mögliche weitere Entwertung des Dollars ab.
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