Kraken Bank darf Masteraccount trotz Fed-Genehmigung nicht nutzen
Kraken Bank hat von der Federal Reserve zwar die Genehmigung für ein Master Account erhalten, darf dieses aber weiterhin nicht tatsächlich nutzen. Das geht aus Äußerungen von Caitlin Long hervor, der CEO von Kraken Bank, die die Lücke zwischen Ankündigung und Realität offenlegt.
Das Wichtigste in Kürze:
- Kraken unterzeichnete die Unterlagen für das Master Account im Januar, öffentlich angekündigt wurde dies jedoch erst im März
- Trotz Genehmigung darf Kraken Bank das Konto acht Monate nach Erhalt noch immer nicht in Betrieb nehmen
- Die Federal Reserve führt derzeit eine zwölfmonatige Probephase durch, von der acht Monate vergangen sind, ohne dass das Konto aktiv genutzt wird
Die Verzögerung hinter den Kulissen
Das Master Account von Kraken Bank wurde im März öffentlich als Meilenstein für die Kryptobörse angekündigt. Dabei waren die Unterlagen bereits im Januar unterzeichnet worden. Dieser Unterschied zwischen administrativem Abschluss und tatsächlicher Anwendung ist laut Long typisch für das Spiel, das die Fed betreibt.
Long vergleicht die Regulierung von Kraken Bank mit der traditioneller Banken. Kraken Bank unterliegt denselben Charter-Anforderungen und muss jährlich eine vollständige Bankprüfung mit CAMELS-Bewertungen bestehen. Das ist strenger als das, was Treuhandgesellschaften oder Geldtransmitter gewährleisten müssen. Dennoch stößt das Master Account auf dieselben Hindernisse.
Zwölfmonatige Probephase ohne Inbetriebnahme
Noch bemerkenswerter: Kraken Bank befindet sich bereits seit acht Monaten in einer zwölfmonatigen Probephase, in der die Federal Reserve darüber entscheidet, ob das Master Account genutzt werden darf. Laut Long hat die Fed das Konto in diesen acht Monaten trotz aller Genehmigungen noch immer nicht in Betrieb gehen lassen.
Die Reaktionen auf die Genehmigung fielen heftig aus. Politiker wie Elizabeth Warren und ihre Verbündeten protestierten lautstark gegen diesen Schritt. Long zufolge war diese Opposition zwar laut, aber nicht so beständig wie die gegen traditionelle Banken. Die Ironie dabei ist, dass Kraken Bank denselben Regelungen unterliegt wie diese traditionellen Institute.
Fed spielt laut Long auf Zeit
Long kommt zu dem Schluss, dass das Master Account nie wirklich dafür gedacht war, in Kraft zu treten. “Die Fed spielt einfach Spielchen”, sagt sie. Die lange Stille zwischen Genehmigung und tatsächlicher Nutzung deutet ihrer Ansicht nach auf regulatorisches Verschleppen hin statt auf echte Bereitschaft.
Dieser Vorfall wirft Fragen dazu auf, wie die Federal Reserve mit Innovationen im Finanzsektor und insbesondere mit Kryptounternehmen umgeht. Während Kraken Bank dieselben strengen Standards erfüllt wie traditionelle Banken, scheint der regulatorische Weg deutlich länger und unsicherer zu sein.
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