Kriminelle manipulieren Ledger Hardware Wallets über die Lieferkette
Eine gut organisierte kriminelle Gruppe hat monatelang echte Ledger Hardware Wallets aufgekauft, geöffnet und mit versteckten Bauteilen versehen, um Seed Phrases abzufangen. Die manipulierten Geräte wurden anschließend über Wiederverkäufer in Südostasien wieder in Umlauf gebracht. Ledger meldet, dass der Angriff auf die Lieferkette beschränkt blieb und die eigenen Chips, das Betriebssystem und die Server vollständig intakt geblieben sind.
In Kürze:
- Kriminelle statteten echte Ledger Geräte mit versteckter Hardware aus, um Seed Phrases während der Einrichtung zu stehlen.
- Der Angriff richtete sich gegen die Lieferkette in Südostasien, nicht gegen Ledgers eigene Systeme.
- Ledger weist Wiederverkäufer und Distributoren in der Region an, den Verkauf vorübergehend einzustellen.
Millionen in kriminelle Infrastruktur investiert
Laut Ledger kauften die Täter über mehrere Monate hinweg echte Geräte, zerlegten sie und bauten maßgefertigte versteckte Komponenten ein. Diese Bauteile sollten die Wiederherstellungsphrase, auch Seed Phrase genannt, in dem Moment aufzeichnen, in dem ein Nutzer das Gerät zum ersten Mal einrichtet.
Die Gruppe baute dafür eine eigene technische Infrastruktur auf, darunter Server, um Seed Phrases zu sammeln, Wallets leerzuräumen und die Erlöse zu waschen. Ledger schätzt, dass die Kriminellen Millionen in dieses Vorhaben investiert haben, bevor sie in einer koordinierten Aktion zuschlugen.
Ledger: Angriff auf Vertriebskanal beschränkt
Ledger stellt klar, dass es keine Schwachstelle im eigenen Chip, im Betriebssystem oder in den Servern gibt. Der Angriff fand statt, nachdem die Geräte das Werk verlassen hatten, über externe Vertriebskanäle in Südostasien und Hongkong.
Das Sicherheitslabor von Ledger, die Ledger Donjon, hat die implantierte Hardware analysiert und ihre Funktionsweise entschlüsselt. Teams wurden in lokale Märkte geschickt, unter anderem in Deutschland, um Geräte vor Ort zu kaufen und zu untersuchen. Alle untersuchten Exemplare erwiesen sich als unmanipuliert. Auch Lagerbestände wurden kontrolliert, ohne dass manipulierte Geräte gefunden wurden.
Neue Regeln für Wiederverkäufer eingeführt
Ledger hat autorisierte Wiederverkäufer und Distributoren in Südostasien und Hongkong gebeten, den Verkauf vorerst einzustellen. Darüber hinaus gelten ab sofort neue Regeln: Geräte dürfen nicht mehr in Geschäften ausgestellt werden, der Bestand muss im Lager bleiben und darf erst beim Kauf ausgehändigt werden. Zurückgegebene Geräte dürfen unter keinen Umständen erneut verkauft werden.
Ledger erklärt, mit Ermittlungsbehörden und der Sicherheitsgemeinschaft zusammenzuarbeiten, um die Geldströme zu verfolgen und die Infrastruktur der Angreifer zu zerschlagen. Das Unternehmen kündigt an, künftig weitere technische Details zu veröffentlichen, auch damit andere Hersteller von Hardware Wallets ihre Produkte besser absichern können.
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