Mehrere Ledger-Händler in Asien nach CryptoBilis-Fall möglicherweise gefährdet
Nach dem Bekanntwerden manipulierter Ledger-Hardware-Wallets über den Reseller CryptoBilis weitet sich die Lage nun aus. Eine Liste mit Dutzenden offiziellen und unabhängigen Ledger-Resellern in Südostasien gilt jetzt als potenzielles Risiko, wegen ihrer regionalen Nähe zu der betroffenen Partei. Ob tatsächlich weitere Reseller kompromittiert wurden, ist noch nicht bestätigt.
In Kürze:
- Der Reseller CryptoBilis ist inzwischen auf der Website von Ledger gesperrt, nachdem seine Beteiligung an dem Vorfall bestätigt wurde.
- Ein Analyst hat eine Liste mit Dutzenden Resellern in Indonesien, Malaysia, den Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam zusammengestellt, die möglicherweise einem Risiko ausgesetzt sind.
- Bislang handelt es sich um Spekulation; wer in den vergangenen sechs Monaten einen Ledger über einen dieser Reseller gekauft hat, sollte seine Vermögenswerte vorübergehend in Sicherheit bringen.
CryptoBilis gesperrt, Lage noch unklar
Ledger hat inzwischen bestätigt, dass der Reseller CryptoBilis, der in Indonesien, Malaysia und den Philippinen tätig ist, an dem Vorfall beteiligt ist, bei dem manipulierte Hardware-Wallets verkauft wurden. Die damit verbundenen Verluste steigen mittlerweile an. Der Reseller hat inzwischen den Status “gesperrt” auf der offiziellen Reseller-Seite von Ledger erhalten.
Dennoch scheint die Lage noch nicht vollständig unter Kontrolle. In Diskussionen rund um den Fall tauchen Namen anderer Verkäufer auf, darunter Lazada-Händler in der Region. Ledger hat bislang nur die Verbindung zu CryptoBilis bestätigt und keine weiteren Reseller als verdächtig eingestuft.
Liste mit Dutzenden Resellern, die möglicherweise einem Risiko ausgesetzt sind
Der Analyst Darkfost hat auf Basis der regionalen Nähe eine Übersicht von Resellern erstellt, die möglicherweise einem Risiko ausgesetzt sind. Die Begründung: Wenn die Lieferkette von CryptoBilis kompromittiert wurde, besteht die Möglichkeit, dass Parteien in derselben Region über dieselben Kanäle manipulierte Geräte erhalten haben.
Die Liste umfasst Reseller und autorisierte Geschäfte in Indonesien, Malaysia, den Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam. Es handelt sich um Namen wie Tokopedia, Shopee Mall, Lazada, aber auch kleinere unabhängige Reseller und autorisierte Händler wie Challenger in Singapur sowie JIB und B2S in Thailand. Bereits zuvor hatte sich gezeigt, dass ein gefälschter Ledger aus Malaysia einen versteckten Spionagechip enthielt, was die Sorgen über die Region weiter verstärkt.
Was kann man tun, wenn man kürzlich einen Ledger gekauft hat?
Darkfost betont ausdrücklich, dass die Liste auf Spekulation basiert und nichts offiziell bestätigt ist. Dennoch rät er zu Vorsichtsmaßnahmen. Wer in den vergangenen sechs Monaten einen Ledger über einen der genannten Reseller gekauft hat, sollte seine Kryptobestände vorübergehend an einen anderen sicheren Ort übertragen, bis mehr Klarheit herrscht.
Wer prüfen möchte, ob das physische Gerät manipuliert wurde, wird von Darkfost auf das Konto von MagicalTux auf X verwiesen, wo Anleitungen dazu stehen, was man im Inneren eines Ledger erwarten kann und welche Abweichungen verdächtig sind. Ledger selbst hat noch nicht auf die breiteren Spekulationen über andere Reseller in der Region reagiert.
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