NYT beschuldigt OpenAI, Bezahlschranke umgangen zu haben
Die New York Times wirft OpenAI vor, die Paywall der Zeitung bewusst und irreführend umgangen zu haben, um Inhalte für das KI-Training zu sammeln. Neu veröffentlichte Gerichtsdokumente zeigen interne Nachrichten, aus denen hervorgeht, dass ein OpenAI-Forscher einen Trick zur Umgehung der Paywall teilte und der damalige Präsident Greg Brockman darauf positiv reagierte. Zugleich enthalten die Dokumente bemerkenswerte interne Warnungen zu den Folgen von KI für den Journalismus.
In Kürze:
- Gerichtsdokumente zeigen interne Nachrichten, in denen OpenAI-Mitarbeiter die Paywall der NYT bewusst umgingen.
- Ein Microsoft-Manager nannte KI-Training “den größten Diebstahl von Arbeit in der Geschichte der Menschheit”.
- Der ChatGPT-Chef von OpenAI räumte intern ein, dass KI-Produkte journalistische Inhalte weitgehend ersetzen.
Interne Nachrichten zur Umgehung der Paywall
Aus den freigegebenen Gerichtsunterlagen geht hervor, dass OpenAI-Forscher Nick Ryder den damaligen Präsidenten Greg Brockman über “einen Trick zur Umgehung der Paywall der NYT” informierte, als sie über das Scrapen der Website sprachen. Brockman reagierte den Dokumenten zufolge mit “ah nice.”
Die New York Times hat OpenAI wegen der Nutzung ihrer journalistischen Inhalte für das Training von KI-Modellen verklagt. Die nun veröffentlichte interne Kommunikation spielt eine zentrale Rolle in diesem Verfahren und wirft ein neues Licht darauf, wie bewusst OpenAI vorging.
Interne Warnungen zu KI und Journalismus
Die Gerichtsdokumente enthalten auch bemerkenswerte Aussagen von Mitarbeitern sowohl bei OpenAI als auch bei Microsoft zu den weiteren Folgen von KI für die Medienbranche. Ein Microsoft-Manager bezeichnete das Training von KI mit journalistischen Inhalten als “den größten Diebstahl von Arbeit in der Geschichte der Menschheit”.
Nick Turley, bei OpenAI für ChatGPT verantwortlich, räumte intern ein, dass KI-Produkte journalistische Inhalte “weitgehend ersetzen” und dass dieser Effekt mit der Verbesserung der Technologie nur noch zunehmen wird. Diese Einschätzung steht in krassem Gegensatz zur öffentlichen Kommunikation von OpenAI, die üblicherweise betont, dass KI-Tools eher ergänzend als ersetzend wirken.
Rechtsstreit berührt die breitere Debatte über KI-Training
Der Fall zwischen der New York Times und OpenAI ist Teil einer wachsenden Zahl juristischer Auseinandersetzungen über die Nutzung urheberrechtlich geschützten Materials für das KI-Training. Verlage und Journalisten weltweit fragen sich, ob und wie sie eine Vergütung für die Nutzung ihrer Inhalte verlangen können.
OpenAI gerät häufiger in die Kritik, wenn es um die Sicherheit und Nutzung seiner Systeme geht. Wir berichteten bereits über einen Hack, bei dem OpenAI über das KI-Modell von Anthropic angegriffen wurde. Die neuen Gerichtsdokumente fügen dem nun eine interne ethische Frage hinzu: den Umgang des Unternehmens mit fremden Inhalten.
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