Thailand verpflichtet Verifizierung selbstverwalteter Krypto-Wallets
Thailand führt eine Travel Rule für digitale Vermögenswerte ein. Die thailändische Börsenaufsicht SEC verpflichtet Krypto-Anbieter ab dem 27. Februar 2027, Kundendaten zu sammeln, Due Diligence bei Gegenparteien durchzuführen und bei Überweisungen das Eigentum an Self-Custody-Wallets zu verifizieren. Die Regeln zielen darauf ab, Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und technologiebezogene Kriminalität zu bekämpfen.
Das Wichtigste in Kürze:
- Die thailändische SEC führt eine Travel Rule für digitale Vermögenswerte ein, die ab dem 27. Februar 2027 gilt.
- Anbieter müssen Kundeninformationen sammeln, Gegenparteien prüfen und Self-Custody-Wallets verifizieren.
- Transaktionsdaten müssen mindestens fünf Jahre aufbewahrt und Aufsichtsbehörden zugänglich gemacht werden.
Vier Pflichten für Krypto-Anbieter
Die thailändische SEC hat die neuen Regeln in Zusammenarbeit mit dem Anti-Money Laundering Office (AMLO) erstellt. Nach öffentlichen Konsultationen zwischen März und Juli 2026 stimmte eine Mehrheit der beteiligten Parteien dem vorgeschlagenen Ansatz zu.
Die Regeln legen Krypto-Anbietern vier konkrete Pflichten auf. Erstens müssen sie Richtlinien und Verfahren für das Management von Risiken rund um Überweisungen festlegen. Zweitens sind sie verpflichtet, Informationen über Kunden und Gegenparteien zu sammeln, Due Diligence durchzuführen und bei Transaktionen mit Self-Custody-Wallets das Eigentum oder die Kontrolle über diese Wallets zu verifizieren. Drittens müssen Anbieter, die eine Überweisung initiieren, Informationen über sowohl den Absender als auch den Empfänger an den empfangenden Anbieter übermitteln. Viertens gilt eine Aufbewahrungspflicht von mindestens fünf Jahren für alle Transaktionsdaten, damit Aufsichtsbehörden diese anfordern und prüfen können.
Ziel: weniger Missbrauch von Krypto-Plattformen
SEC-Generalsekretär Pornanong Budsaratragoon erklärt, dass die Travel Rule das Risiko verringert, dass Krypto-Plattformen für Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und andere technologiebezogene Straftaten missbraucht werden. Die neuen Regeln stellen sicher, dass bei jeder Überweisung Informationen über die beteiligten Parteien mitgesendet werden, vergleichbar mit der Travel Rule, die in vielen anderen Ländern bereits für traditionelle Finanzinstitute gilt.
Die Einführung solcher Regeln passt in einen breiteren internationalen Trend. So arbeitet die US-amerikanische SEC an moderneren Regeln für tokenisierte Wertpapiere und auch andere Jurisdiktionen bewegen sich in Richtung strengerer Regulierung digitaler Vermögenswerte. Die thailändischen Regeln treten am 27. Februar 2027 in Kraft, sodass Anbieter ausreichend Zeit haben, ihre Systeme und Prozesse entsprechend anzupassen.
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