US-Repräsentantenhaus plant Abstimmung über zwei Krypto-Steuergesetze
Der amerikanische House Ways and Means Committee will am 16. September zwei wichtige Krypto-Steuergesetze beraten. Die Gesetze betreffen Steueraufschub für Miner und Staker sowie die Ausweitung der Wash-Sale-Regeln auf digitale Vermögenswerte. Wenn beide Gesetze den Ausschuss passieren, gehen sie in eine Abstimmung im gesamten Repräsentantenhaus.
In Kürze:
- Der Tax Clarity for Mining and Staking Act will die Besteuerung neu erhaltener Token bis zum Zeitpunkt des Verkaufs aufschieben.
- Das zweite Gesetz weitet die Wash-Sale-Regeln auf digitale Vermögenswerte aus und schließt damit einen Steuervorteil für Krypto-Trader.
- Die Ausweitung der Wash-Sale-Regeln könnte der US-Regierung über zehn Jahre schätzungsweise 23,5 Milliarden Dollar einbringen.
Steuern erst bei Verkauf für Miner und Staker
Das erste Gesetz, der Tax Clarity for Mining and Staking Act (H.R. 9175), soll regeln, dass Miner und Staker erst dann Steuern auf neu erhaltene Token zahlen, wenn sie diese Token tatsächlich verkaufen. Nach den aktuellen Regeln kann ein Miner bereits steuerpflichtig sein, sobald Token in seiner Wallet eingehen, auch wenn er sie nie verkauft.
Die Einnahmen würden bei Verkauf als gewöhnliches Einkommen besteuert. Laut Crypto Briefing erwägen die Republikaner jedoch, den Aufschub vollständig zu streichen oder auf fünf Jahre zu begrenzen.
Wash-Sale-Schlupflöcher für Krypto-Trader geschlossen
Das zweite Gesetz, der Applying Existing Tax Anti-Abuse Rules to Digital Assets Act (H.R. 9172), richtet sich gegen ein bekanntes Steuerkonstrukt. In traditionellen Märkten verbieten die Wash-Sale-Regeln, dass Anleger eine Aktie mit Verlust verkaufen, die Steuerabschreibung geltend machen und die Aktie kurz darauf wieder zurückkaufen. Für Krypto gilt diese Regel noch nicht, wodurch Trader jahrelang Steuervorteile nutzen konnten, indem sie beispielsweise Bitcoin oder Ethereum mit Verlust verkauften und dieselbe Position Minuten später erneut eingingen.
Das neue Gesetz will diese Vorgehensweise für aktiv gehandelte digitale Vermögenswerte einschränken. Token, die durch Mining oder Staking erworben wurden, sowie an den US-Dollar gekoppelte Stablecoins fallen nicht unter das Gesetz.
Die Schließung dieser Schlupflöcher könnte dem Bund über einen Zeitraum von zehn Jahren schätzungsweise 23,5 Milliarden Dollar einbringen, basierend auf früheren Schätzungen des US-Finanzministeriums. Dieser Betrag verleiht dem Gesetz ein fiskalisches Argument, das bei ausgabenskeptischen Mitgliedern beider Parteien Anklang finden könnte.
Industrie dafür, Demokraten zurückhaltend
Die Beratung der Gesetze folgt auf eine Anhörung am 9. Juni 2026, an der Vertreter unter anderem von Coinbase, Fidelity und Coin Center teilnahmen. Sie plädierten für klare Steuerregeln, auch um die Wettbewerbsposition der USA im Bereich digitaler Vermögenswerte zu wahren.
Die Demokraten im Ausschuss sind weniger begeistert. Ein Teil von ihnen will, dass die Folgen der vorgeschlagenen Änderungen erst besser untersucht werden, bevor die Gesetze weitergehen. Ob das zu Verfahrensverzögerungen oder vor allem zu politischer Diskussion führt, wird sich zeigen, wenn der Ausschuss am 16. September zusammenkommt.
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