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Bitcoin-Miner machen bei Kurs von $76.000 Verlust

Bitcoin-Miner machen bei Kurs von $76.000 Verlust
Bitcoin-Miner machen bei Kurs von $76.000 Verlust

Börsennotierte Bitcoin-Miner haben im zweiten Quartal 2026 im Durchschnitt mehr ausgegeben als eingenommen. Das geht aus dem Quartalsbericht von CoinShares hervor. Die gewichteten durchschnittlichen Produktionskosten pro Bitcoin lagen bei rund 75.500 Dollar, während der Bitcoin-Kurs zum Ende des Quartals bei 58.400 Dollar stand. Inzwischen notiert Bitcoin bei etwa 76.300 Dollar, doch auch dieses Niveau deckt die Kosten mehrerer großer Miner kaum oder gar nicht.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Börsennotierte Miner machten im zweiten Quartal 2026 durchschnittlich Verlust: Die Produktionskosten lagen mit 75.500 Dollar pro BTC über dem Marktpreis von 58.400 Dollar.
  • Core Scientific zahlte 41,9 Millionen Dollar, um Mining-Hardware zu stornieren, und konzentriert sich auf Rechenzentren für KI.
  • Mehrere Miner stellen das Bitcoin-Mining vollständig ein und verkaufen ihre Reserven.

Produktionskosten weit über dem Marktpreis

Laut CoinShares fiel der durchschnittliche Hashpreis im Juni auf einen historischen Tiefstand von 27,7 Dollar pro PH/s und Tag. Der Druck auf die Branche ist damit so groß wie nie zuvor. Die Grafik, die Wu Blockchain teilte, zeigt, wie groß die Unterschiede zwischen einzelnen Minern sind.

ABTC produziert vergleichsweise günstig mit Kosten von 45.361 Dollar pro Bitcoin, während CIFR und WULF 216.783 beziehungsweise 174.727 Dollar pro geschürftem Bitcoin ausgeben. Unternehmen wie MARA (85.893 Dollar) und Riot (74.911 Dollar) liegen dazwischen, aber bei einem Bitcoin-Kurs von 58.400 Dollar ebenfalls deutlich über der Gewinnschwelle. Der jüngste Kursanstieg in Richtung 77.000 Dollar verschafft einem Teil der Branche etwas Entlastung, löst das strukturelle Kostenproblem aber nicht.

Miner zahlen für den Ausstieg

Der Druck führt dazu, dass Miner aktiv Kapazitäten abbauen. Core Scientific zahlte 41,9 Millionen Dollar, um einen Vertrag mit der Proto-Sparte von Block zu beenden, wodurch rund 15 EH/s an neuen 3-nm-Chips storniert wurden. Es handelt sich um die bislang energieeffizientesten Mining-Chips, die je produziert wurden. Das Unternehmen betreibt sein eigenes Mining bewusst mit Verlust und einer Bruttomarge von -56 Prozent, nur um laufende Stromverpflichtungen erfüllen zu können, während die Standorte zu Rechenzentren umgebaut werden.

Keel, das frühere Bitfarms, ist der erste börsennotierte Miner, der im dritten Quartal keine Mining-Erlöse mehr ausweisen wird. Das Unternehmen stellte im April das Mining in Moses Lake ein und schloss am 29. Juni drei weitere Standorte. Keel verkaufte zudem 1.085 Bitcoin für 75 Millionen Dollar und kündigte an, die verbleibenden 1.861 Coins vor Jahresende verkaufen zu wollen.

Cipher Digital, früher Cipher Mining, hat beschlossen, nicht mehr in neue Mining-Kapazität zu investieren. Das Unternehmen erwartet, dass das Mining bis Ende 2027 weitgehend eingestellt sein wird. In der ersten Hälfte des Jahres 2026 verkaufte Cipher Digital Bitcoin im Wert von 123,4 Millionen Dollar, realisierte dabei aber einen Verlust von 47,7 Millionen Dollar, weil die Coins unter dem durchschnittlichen Einstandspreis verkauft wurden.

Knappe Stromkapazität als neues Geschäftsmodell

Der Wechsel zu KI-Rechenzentren ist für viele Miner nicht nur eine Flucht aus dem Verlustgeschäft, sondern auch ein strategischer Schritt. Regulierung macht es in den USA zunehmend schwieriger, neue Rechenzentren zu bauen. In mindestens 30 Bundesstaaten gelten inzwischen 225 Moratorien oder Einschränkungen für die Entwicklung von Rechenzentren. New York kündigte im Juli 2026 als erster Bundesstaat einen landesweiten Stopp für Umweltgenehmigungen für Anlagen ab 50 MW an.

Die Warteliste für den Anschluss an das US-Stromnetz umfasst rund 2.600 GW, mehr als die gesamte installierte Kapazität des Landes. Das macht bestehende und bereits angeschlossene Standorte wertvoll. Eine kürzliche Übernahme von drei vollständig vermieteten KI-Rechenzentren in Nord-Virginia wurde mit rund 27 Millionen Dollar pro MW bewertet, während vergleichbare, aber noch nicht vermietete Mining-Standorte teilweise unter 3 Millionen Dollar pro MW gehandelt werden.

IREN hat in seinem Jahresbericht angegeben, dass der Übergang vom Mining zur KI bis Ende 2026 weitgehend abgeschlossen sein wird. Unternehmen mit Verträgen für KI- oder HPC-Kapazität werden im Durchschnitt mit dem 12,9-Fachen des erwarteten Umsatzes bewertet, gegenüber dem 3,7-Fachen für Miner ohne solche Verträge. Mehr als 100 Milliarden Dollar an angekündigten Auftragsbeständen generieren derzeit nur rund 1,1 Milliarden Dollar an jährlichen KI-Erlösen, was zeigt, dass sich viele Unternehmen noch in der Aufbauphase befinden.

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